Leckerlibeutel Kaufberatung: Welche benutzt ihr?
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„Welchen Leckerlibeutel habt Ihr?“
„Welcher hält wirklich?“
„Habt ihr einen, der nicht nach drei Monaten auseinanderfällt?“
So oder so ähnlich lauten die klassischen Fragen im Netz in diversen Foren.
Der ein oder andere wird sich da vielleicht wieder erkennen. Als Emil als Welpe zu uns kam, habe ich mir über Leckerlibeutel genau null Gedanken gemacht. Wichtiger war eher zu welcher Hundeschule gehen wir, was frißt der Hund, wie wird der Hund schnell stubenrein.
Aber so nach und nach, mit den ersten Erfahrungen und nach Nutzung, gerade auch nach den ersten Monaten Hundeschule, habe ich den ersten Leckerlibeutel ersetzt. Und auch der zweite Leckerlibeutel hat nicht allzu lange gehalten und war irgendwie unpraktisch.
Am Anfang wirkt alles solide
Der Stoff fühlt sich stabil an. Die Nähte sehen ordentlich aus. Der Reißverschluss läuft sauber.
Viele Sterne. Gute Bewertungen. Du denkst: Passt.
Und dann kommt Nutzung im Alltag. Nicht der gemütliche Sonntagsspaziergang. Sondern Training.
- Drehen.
- Bücken.
- Ziehen.
- Greifen.
- Wieder rein.
- Wieder raus.
- Der Hund springt rein (ja, auch das kommt vor...)
Und wieder von vorne. Und nicht nur in der Hundschule sondern auch auf deinen Spaziergängen. Bei ca. 1600 bis 2000 Wiederholungen, die eine saubere Konditionierung braucht, kommt da so einiges an Übungsstunden und Belastung zusammen...
Bei der Nutzung kommt die Wahrheit ans Licht.
Du bist im Gruppenkurs. Mehrere Hunde. Mehrere Gerüche. Mehr Dynamik.
Dein Hund orientiert sich sauber an dir. Hurra! Du greifst in den Leckerlibeute. Und in dem Moment, in dem du dich vorbeugst zum Belohnen, kippt der Beutel leicht nach vorne. 20 Putenwürfelchen auf dem Boden.
Plötzlich trainieren alle Hunde gleichzeitig.
Dein Hund? Hochmotiviert. Der Trainer? Not amused.
Dramatisch? Nein, aber unnötig.
Warum die Nutzungsdauer deines Leckerlibeutel begrenzt ist
Ein Leckerlibeutel wird nicht „getragen“. Er wird belastet.
Er wird:
- einhändig geöffnet
- unter Spannung geschlossen
- mit 200–300 g Futter gefüllt
- beim Nutzen mal verdreht
- beim Bücken gestaucht
- bei Zug am Gurt seitlich belastet
- der Hund spring rein (ja, soll er nicht, passiert aber!)
Und genau hier zeigt sich Haltbarkeit.
Viele Leckerlibeutel sehen gut aus. Aber sie sind nicht für intensives Hundetraining gebaut. Genau deshalb entwickeln wir Zubehör für Hundetraining anders als üblich.
Nach ein paar Wochen:
- das Innenfutter beginnt sich zu dehnen
- die Nähte bekommen “Spiel”
- der Gurt rutscht
- der Reißverschluss läuft nicht mehr sauber
- der Innenbeutel sifft durch (liebe Grüße an die Barfer unter euch, ich denke ihr wißt worüber ich rede....)
Wenn euch interessiert, warum viele Innenbeutel nach kurzer Zeit anfangen zu riechen oder durchzufetten, haben wir das hier ausführlich beschrieben.
Und plötzlich suchst du wieder im Netz nach: "Welchen Leckerlibeutel habt ihr?"
Der Unterschied liegt in der Nutzung Deines Leckerlibeutels
Es ist nicht per Definition oder Form der eine Leckerlibeutel gut oder der andere schlecht. Die Anforderungen sind andere wenn du nur 1-2 mal die Woche beim Spaziergang trainierst oder aber deinen Hund auf die Dummyprüfung vorbereitest.
Rechne das mal in Stunden, die du in Training investierst. So lange muss auch dein Leckerlibeutel mitspielen. Und zwar am liebsten ohne dass er “Betreuung” braucht – damit dein Fokus beim Hund bleiben kann.
Und deshalb muss ein Leckerlibeutel im Training:
- die Form behalten
- einen Regenguß abkönnen
- eine stabile Öffnung haben
- einen Clip haben, der nicht ruckelt und wackelt
- einen Gurt, der straff bleibt
Training passiert nicht im Wohnzimmer. Es passiert in Bewegung. Wenn du mehr über die verschiedenen Varianten von Leckerlibeuteln wissen willst lies gerne hier meine Erfahrungen.
Social Walk ist kein Schönwettertest
Leine in der einen Hand. Begegnung von vorne. Immer wieder kurze Übungen. Ein kurzer Richtungswechsel.
Du willst belohnen – ein Griff - und du merkst, dass das Innenfutter sich mit hochzieht.
Diese halbe Sekunde Fummeln wirkt klein. Ist sie nicht. Nicht, wenn Timing zählt. Nicht, wenn du sauber arbeiten willst.
Ein Leckerlibeutel ist kein Accessoire. Er ist dein Arbeitsmittel.
Und Arbeitsmittel dürfen nicht nach ein paar Monaten anfangen zu diskutieren.
Bewertungen sagen wenig über Dauerbelastung.
Viele Bewertungen entstehen in Woche 1.Neu. Sauber. Unbelastet. Haltbarkeit zeigt sich nicht im Karton. Sie zeigt sich nach 50 Trainingseinheiten. Nach Regen. Nach ungezählten Wiederholungen. (vielen! Wiederholungen, siehe Konditionierung!)
Eine gute Bewertung sollte die Nutzung mit in Betracht ziehen. Für gelegentliches Gassi reicht vieles. Für regelmäßiges Training nicht. Und für das Training mit einem zweiten Hund gleich garnicht. Der ein oder andere wird ein Lied davon singen können.
Und genau deshalb schauen wir bei Houndmove nicht zuerst auf Farbe oder Anzahl der Fächer.
Sondern auf:
- Belastungspunkte
- Materialstärke
- Gurtführung
- Innenkonstruktion
- und echte Haltbarkeit
Nicht perfekt im Prospekt. Sondern stabil im Alltag. Damit ihr die Konzentration beim Hund habt, nicht beim Zubehör.
Und wenn euch "reicht nicht" nicht reicht, sondern ihr wissen wollt, was euch beim Training wirklich unterstützt, dann kommt mit auf die Warteliste. Wir bauen nichts für die Schublade - wir bauen für Timing und saubere Wiederholungen.
Also: Welche Leckerlibeutel habt ihr?
Und welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Schreibt es gerne in die Kommentare.